Spinat essen ist gesund: Warum Spinat deinen Körper stärkt

spinat essen ist gesund

Kaum ein anderes Gemüse hat im Laufe seiner Kulturgeschichte so viel von sich Reden gemacht, wie der Spinat. Du sagst: "Heute gibt´s Spinat!" und spontan bilden sich Assoziationsketten von muskelbepackten Matrosen, von spuckenden Kleinkindern und von einem gesunden Gemüse mit eisenschwer wiegendem Rechenfehler.

Der gesunde Spinat: Zahlen und Fakten

Spinat: Nährwerte je 100g roh

Eiweiß:

3 g

Fett:

0,2 g

Kohlenhydrate:

0,6 g

Ballaststoffe:

2,6 g

Kalorien:

17 kcal

(Ballaststoffe mit berechnet, 2 kcal je Gramm: 22,3 kcal)

Spinat: Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente

Statt nichtssagender Tabellen mit nicht aussagekräftigen, aber exakten Mikromengenangaben für den Normalverbraucher: hier eine grobe Einordnung der mengenmäßig nennenswerten Stoffe in einer Portion Spinat.

Die Portion kann aus 100 g rohem Frühlingsspinat, 200 g kurz blanchiertem Tiefkühlspinat oder 100 g frischem Winterspinat bestehen und wird in Bezug mit dem Tagesbedarf der jeweiligen Stoffe gesetzt:

Makro/ Mikronährstoffe Deckung Tagesbedarf in Prozent

Vitamin K:

100%

Beta-Carotin:

100%

Vitamin C:

25%

Magnesium:

50%

Kalzium:

12 %

Kalium:

28%

Eisen:

20%

Anmerkung: Die Angaben der Nährwerte, Vitamine und Co können je nach Informationsquelle unterschiedlich sein. Das liegt zum einen daran, dass Spinat (wie alle Gemüse) ein Naturprodukt ist. Es gibt Frühlings-, Sommer-, Winterspinat und überhaupt um die 40 verschiedene Spinatsorten. Alle werden auf unterschiedlichen Böden und unter unterschiedlichen Anbaubedingungen angebaut.

Auch die Behandlung während des Transportweges und bei der Lagerung nimmt Einfluss auf die Inhaltsstoffe. Als Information aus solchen Tabellen, ziehst Du Dir am besten lediglich eine Tendenz derjenigen Nährwerte oder -stoffe heraus, die Dir wichtig erscheinen.

Tipp: Wenn Du den Spinat kurz blanchierst, bleiben die meisten dieser wertvollen Stoffe enthalten und die eisenbindenden Oxalate verringern sich. Dazu später mehr.

Spinat für die Muskeln und gegen die Fettpösterchen

Da Spinat, mit 17 kcal für 100 g, nur einen geringen Nährwert hat, ist er natürlich bestens geeignet zum Abnehmen. Doch so ganz pur, ohne Fett oder Blubb, fasziniert er wenig. Außerdem ist es kaum möglich, davon richtig satt zu werden. Wir erinnern: Ein ständig hungernder Körper ist eine tickende Zeitbombe, wenn es um die schlanke Linie geht.

Spinat-Diät mit Spinat-Salat

Ausschließlich Spinat zum Abnehmen halte ich, wie alle einseitigen Diäten für absolut unsinnig und kontraproduktiv. Dennoch, ein frischer Salat aus frischem Frühlingsspinat mit einem schmackhaften Dressing, kann zum Abnehmen ein besserer, und vor allem gesünderer, Einstig in ein Menü sein, als frittierte Frühlingsrollen.

Spinat Wunder: plötzlich Muskeln

Spinat förder den Muskelaufbau

Nun ein kurzer Ausflug in die Comic-Kiste. War da nicht dieser Leichtmatrose, Popeye, der das Zeug (Spinat) dosenweise zu sich genommen hat, wenn es hart auf hart kam?

Laut einer schwedischen Studie, ist es angeblich ausgerechnet das verteufelte Nitrat im Spinat, das die Mitochondrien, die Kraftwerke der (Muskel)Zellen, auf Hochtouren laufen lässt. Doch dazu muss ich noch, bemerken, ohne Training wird auch extra viel Spinat keine Muskeln aufbauen.

Das ewige Thema vom Eisen im Spinat

Kommastelle hier oder dort, der Eisengehalt von Spinat ist gar nicht so belanglos im Vergleich mit anderen Gemüsesorten. Zusammen mit den Hülsenfrüchten liegt er in Sachen Eisen weit oben. Man sagt allerdings, Eisen aus Spinat oder Mangold kann nicht so gut aufgenommen werden. Denn gleichzeitig ist auch ein Stoff darin enthalten, der die Eisenaufnahme hemmt.

Spinat, Oxalsäure und andere Ärgernisse

Es wird geraten, Lebensmittel, die ebenfalls Oxalsäure oder Tannine enthalten, wie Tee und Kakao sowie Vollkornprodukte mit Phytinsäure, nicht gleichzeitig mit dem Spinat zu verzehren. Auch Kalzium bindet das Eisen unlösbar an sich.

Spinat sorgenfrei, mit und ohne

Darum ist jetzt auch Schluss mit dem leckeren Blubb im Spinat. Es gibt nie mehr überbackene Käsehäubchen auf dem Spinatauflauf. Aber schalten wir doch mal einen Gang zurück: Wenn Du nicht über Eisenmangel zu klagen hast, keine zusätzlichen Eisenpräparate verschrieben bekommst, kannst Du Spinat essen, womit es Dir schmeckt.

Dein Eisen kannst Du Dir im Laufe des Tages auch aus anderen eisenhaltigen Nahrungsmitteln herausholen. Der Körper benötigt nur sehr geringe Mengen (10-15 mg/ m-f Tagesbedarf), vom Spurenelement Eisen.

Tipp: Wem das Sorgen bereitet, wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, genießt seinen Spinat am besten ohne Sahne oder Käse und trinkt statt Tee und Wein, Wasser oder, noch besser, Orangensaft dazu. Vitamin C fördert die Aufnahme von Eisen.

Vorsicht Spinat!

spinat-salat

Vor Spinat wird auch gewarnt. Vor allem ist es das Nitrat, das in allen grünen Pflanzenteilen vorkommt. An sich ist es auch nicht das Nitrat, welches schädlich ist. Nitrat verwandelt sich im Organismus oder schon vorher, bei ungünstiger Behandlung, in Nitrit um. Dieses dann weiter in Nitrosamine. Nitrosamine stehen im Verdacht, krebsauslösend zu wirken.

Spinat ist ungefährlich!

Die Sache mit dem Spinat und dem Krebs, wegen der Nitrosamine, dafür soll es doch tatsächlich noch keine brauchbaren Belege geben. Neuere Untersuchungen geben inzwischen Entwarnung. Da heißt es, dass Enzyme im Magen und Darm diese Nitrosamine unschädlich machen können.

Sie wollen sogar festgestellt haben, dass diese Nitrate gesundheitsfördernd wirken. Eine allgemeine Entwarnung wollen sie noch nicht herausgeben. Warum so zögerlich?

Es ist ein Elend mit den ständig sich widersprechenden Aussagen. All das kann Euch jedoch unberührt lassen, wenn Ihr den Spinat immer ordentlich behandelt, ihn saisongerecht einkauft und nicht beabsichtigt, Euch von nun an nur noch von Spinat zu ernähren.

In einer Studie hat man außerdem herausgefunden, dass Spinatesser bessere kognitive Fähigkeiten im Alter haben und einen quasi "verjüngern".

Spinat wieder aufwärmen?

Klar, aber: Nitrat reagiert mit Sauerstoff. Dadurch entsteht schon vor dem Essen Nitrit im Spinat. Bei Licht und Zimmertemperatur verringern sich außerdem die wertvollen Vitamine und Mineralstoffe. Es kommen also jede Menge unerwünschte (bakterielle) Prozesse in Gang. Daher:

  • Spinat dunkel, kühl, feucht und nicht zu lange zu lagern
  • Spinatreste sofort in den Kühlschrank zu geben
  • Spinat dann auch im Kühlschrank nicht lange aufbewahren (1 Tag)
  • Spinatmahlzeit zum Essen wieder zügig erhitzen und aufessen
  • Langes Warmhalten bekommt dem Spinat, wie eigentlich jeder frischen Mahlzeit, überhaupt nicht

Aber roher Spinat ist doch schädlich, oder?

Nein, Du kannst Spinat auch roh essen. Roh schmeckt der zarte, grüne Frühlingsspinat, aber auch Sommerspinat, richtig lecker. Der Winterspinat hat ein grobes, dunkles Blatt mit dickeren Stilen. Der schmeckt am besten kurz blanchiert, dann mit Knoblauch, Butter, etwas geriebenem Muskat und Meersalz abgeschmeckt.

Fazit

Wer es auf die Vitamine und Mineralien abgesehen hat, kombiniert seinen Spinatsalat mit Vitamin-C haltigen Gemüsesorten und Früchten. Gute Kombis sind Spinat und Erdbeeren oder Himbeeren. Raffiniert schmecken Gerichte mit Spinat und Fisch, ein paar Nüsse oder Samen für den Crunch und die Soße abgeschmeckt mit Zitrusfrüchten (Orange oder Zitrone).

Katharina

Katharina

Gesundheit steht für mich an oberster Stelle. So absolvierte ich eine Ausbildung als Ernährungsberaterin sowie eine Ausbildung als Heilpraktikerin, mit den Schwerpunkten Gewichtsreduktion und Pflanzenheilkunde. Für ein gesundes Leben muss man sich die Zeit nehmen, weshalb ich in den letzten Jahren noch stärker auf meine Work-Life Balance achte.

Hat dir der Artikel gefallen? Dann teile es mit deinen Freunden:
Share on Facebook0Tweet about this on TwitterPin on Pinterest0